Die Rückenversteher | 3 min Lesezeit

Richte dich auf – der Aufbau der Brustwirbelsäule

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Aufbau der Brustwirbelsäule mit Rippen und Becken gezeichnet

Der mittlere Teil deiner Wirbelsäule besteht nicht nur aus ganz schön vielen Wirbeln, sondern hat auch noch andere besondere Bestandteile. In diesem Artikel lernst du mehr über den Aufbau der Brustwirbelsäule. Mit diesem neuen Wissen legst du eine wichtige Basis für ein gutes Arbeitsklima zwischen dir und deinem Rücken.

Viel(e) Wirbel um Einiges

Deine Brustwirbelsäule (kurz BWS) besteht aus insgesamt 12 Wirbeln. Die Ärzte und Therapeuten zählen dabei übrigens von oben nach unten durch. Deswegen steht zum Beispiel auf deinem Rezept oder Entlassungsbefund der betroffene Wirbel beschrieben mit einem Th (Thorakal= den Brustkorb betreffend) und der entsprechenden Zahl (Th1, Th2, Th3 usw.). Wie bei deiner Lendenwirbelsäule besteht ein Wirbel aus:

Anders als bei deiner Lendenwirbelsäule besitzt hier jeder Wirbelkörper und fast alle Querfortsätze noch zwei Andock stellen für deine Rippen. Deine Rippen sind hier also direkt und sehr eng mit deiner Wirbelsäule verbunden und bilden zusammen mit deinem Brustbein vorne eine Art Fass. Dieses Rippenfass schützt deine inneren Organe, wie zum Beispiel deine Lunge und dein Herz [1].

Aufbau der Brustwirbelsäule mit Brustkorb von der Seite betrachtet und gezeichnet
Aufbau Brustwirbelsäule mit Brustkorb (von der Seite betrachtet)

Wenn du Schmerzen im Bereich deiner mittleren Wirbelsäule hast, ist es sehr wichtig, klar zu unterscheiden: Handelt es sich tatsächlich um ein Problem in der Wirbelsäule? Denn oft sind auch die Verbindungen zwischen deinen Rippen und der Wirbelsäule das eigentlich Problem [2].

Auf Höhe deiner Dornfortsätze gibt es außerdem zwischen zwei Wirbeln jeweils links und rechts kleine Gelenke. Auf Grund dieser insgesamt 11 Gelenke kannst du dich sowohl nach vorne und nach hinten beugen, zur Seite neigen und dich nach links und rechts drehen [1].

Rundrücken oder normale Krümmung?

Im Gegensatz zu deinem unteren Rücken, macht deine Brustwirbelsäule einen natürlich Bogen nach außen. Das heißt ein feiner und dosierter Rundrücken ist ganz normal und der dynamischen Doppel-S-Form deiner Wirbelsäule geschuldet [1]. Mit Hilfe deiner Muskeln kannst und solltest du dich jedoch trotz dieser Krümmung  immer wieder stolz aufrichten. Darüber freuen sich übrigens auch deine Bandscheiben, die wie in der Lendenwirbelsäule zwischen den 12 Wirbelkörper liegen und fleißig Stöße abfangen.

Deine Brustwirbelsäule als sicheres Zu Hause für dein Rückenmark

Neben den Bandscheiben ist auch dein Rückenmark sicher in der Wirbelsäule verpackt. So befindet sich zwischen jedem Wirbelkörper und jedem Dornfortsatz der Brustwirbelsäule ein Loch bzw. ein Bogen, der einen geschützten Raum für dein Rückenmark bildet. Wenn Ärzte über die Gesamtheit dieser Löcher sprechen, nennen sie das Spinalkanal [1].

Schematischer Aufbau eines Halswirbels mit Beschriftung der Bestandteile
Schematischer Aufbau eines Wirbels mit Spinalkanal

Sei dir also im Klaren, dass deine Wirbelsäule und ihre Bestandteile nicht einfach so im Körper rumstehen. Vielmehr sind sie stabil verbunden und verwachsen mit anderen Strukturen:

  • Muskeln
  • Faszien
  • Bändern

So ergeben alle Bausteine zusammen ein sehr starkes und gleichzeitig enorm flexibles Grundgerüst [1].

Was du in diesem Artikel über den Aufbau der Brustwirbelsäule erfahren hast

Wie du jetzt weißt, ist deine Brustwirbelsäule kein starres, sondern ein äußerst bewegliches und gleichzeitig stabiles Gebilde. Zusätzlich ist sie sehr eng mit deinen Rippen verbunden. Deswegen sollte die Untersuchung der Rippen immer Teil einer guten Untersuchung der Brustwirbelsäule sein.

Besser Wissen

Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule sind extrem selten. In einer Millionenstadt, wie zum Beispiel Köln, entwickelt nur eine Person pro Jahr einen derartigen Bandscheibenvorfall [3].

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.