Die Rückenversteher | 3 min Lesezeit

Mein unterer Rücken – der Aufbau der Lendenwirbelsäule

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Wirbelsäule mit ihren verschiedenen Abschnitten gezeichnet

Deine Lendenwirbelsäule besteht aus verschiedenen und faszinierenden Bausteinen. In diesem Artikel lernst du diese Bausteine und damit den Aufbau der Lendenwirbelsäule genauer kennen. Damit legst du den Grundstein für eine schmerzfreie und gesunde Beziehung zu deinem Rücken.

Fünf Lendenwirbel kommen selten allein

Das Grundgerüst deiner Lendenwirbelsäule (kurz LWS) besteht aus 5 Wirbeln und ihren Gelenken. Die Ärzte  und Therapeuten zählen dabei übrigens von oben nach unten durch. Deswegen steht zum Beispiel auf deinem Rezept oder Entlassungsbefund der betroffene Wirbel beschrieben mit einem L für Lendenwirbel und der entsprechenden Zahl (L1, L2, L3 usw.). Zusätzlich schließt sich nach unten hin dein Kreuzbein und dein Steißbein an [1]. Wer schon mal ungewollt und mit voller Wucht auf dem Hintern gelandet ist, kann sich sicher schmerzhaft an die beiden Letzteren erinnern.

Aufbau der Lendenwirbelsäule mit Kreuzbein und Steißbein gezeichnet
Die Lendenwirbelsäule (blau) mit Kreuz- und Steißbein

Die 5 Wirbel bestehen jeweils aus 5 knöchernen Teilen:

  • einem Wirbelkörper
  • einem Dornfortsatz
  • zwei Querfortsätze
  • einem Wirbelbogen

Die Dornfortsätze kannst du als kleine und feste Erhebungen spüren, wenn du deine Finger über deine untere Wirbelsäule gleiten lässt. Auf Höhe dieser Dornfortsätze gibt es zwischen zwei Wirbeln jeweils links und rechts kleine Gelenke. Auf Grund dieser 8 Gelenke kannst du dich sowohl nach vorne und nach hinten beugen, als auch zur Seite neigen.

Des Weiteren liegen zwischen deinen Wirbelkörpern die Stoßdämpfer deiner Wirbelsäule: deine Bandscheiben. Neben den Bandscheiben ist auch noch dein Rückenmark in der Wirbelsäule verpackt. So befindet sich zwischen jedem Wirbelkörper und jedem Dornfortsatz ein Wirbelbogen, der einen geschützten Raum für dein Rückenmark bildet. Wenn Ärzte über die Gesamtheit dieser Löcher sprechen, nennen sie das Spinalkanal [1].

Schematischer Aufbau eines Halswirbels mit Beschriftung der Bestandteile
Schematischer Aufbau eines Wirbels mit Spinalkanal

Sei dir im Klaren, dass deine Wirbelsäule und ihre Bestandteile nicht einfach so im Körper umherschweben. Vielmehr sind sie fest verbunden und verwachsen mit bindegewebigen Strukturen:

  • Muskeln
  • Faszien
  • Bändern

So ergeben alle Bausteine zusammen ein sehr widerstandsfähiges und gleichzeitig enorm flexibles Grundgerüst [1].

Deine Lendenwirbelsäule dreht gern krumme Dinger

Obwohl das Grundgerüst der Lendenwirbelsäule aus Knochen besteht, ist sie alles andere als ein starres Konstrukt. Nach wie vor hält sich leider in vielen Köpfen die Vorstellung, dass die Wirbelsäule im aufrechten Zustand einem geraden Stock ähnelt.

Oft genug hast du sicher schon den Rat gehört: Sitz doch mal mit gerader Wirbelsäule.

Eine gerade Wirbelsäule gibt es jedoch nicht. Vielmehr ähnelt sie einer Schlange. In medizinischen Kreisen wird diese Form auch als Doppel-S-Form bezeichnet. Dabei vollführt deine Lendenwirbelsäule eine Kurve Richtung Bauch: eine leichte Hohlkreuzstellung deines unteren Rückens ist also völlig normal und sogar wichtig. Auf Grund dieser Krümmung können Kräfte die von oben auf die Wirbelsäule wirken – zum Beispiel bei einem Sprung von einer Stufe- entspannt abgefedert werden [1].

Form der Wirbelsäule mit ihren verschiedenen Abschnitten gezeichnet
Doppel-S-Form der Wirbelsäule

Was du in diesem Artikel über den Aufbau der Lendenwirbelsäule erfahren hast

Wie du jetzt weißt, ist deine Lendenwirbelsäule kein starres, sondern ein äußerst bewegliches und gleichzeitig stabiles Gebilde. So besteht sie aus vielen Bausteinen, von denen du jetzt schon Einige kennst.

Besser Wissen

Dein Kreuzbein besteht eigentlich aus fünf beweglichen Wirbeln – so wie deine Lendenwirbelsäule. Erst nach der Geburt verschmelzen diese 5 Wirbel miteinander und werden zu einem einzigen dreieckigen Knochen [1].

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

[1] Schünke, M. ; Schulte, E.; Schumacher,U.(2007): Prometheus. LernAtlas der Anatomie. 2. Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.