„Finde den Richtigen (Namen)“

Wer ein Start-up gründen möchte, braucht…

nicht nur Kapital und eine gute Idee, sondern auch den richtigen Namen. Als unser Geschäftsmodell feststand ging es zeitgleich an die Namensfindung. Wie findet man den Richtigen? Dafür haben wir viele verschiedene Wege ausprobiert. In der Brainstorming Phase konnten wir unserer Kreativität freien Lauf lassen. Vergleichbar mit einem Speeddating, da uns ein Name nach dem anderen einfiel, aber wir doch bei keinem richtig hängen blieben. Wir wollten eine Produktbezeichnung, die unseren virtuellen Rückencoach in einem Wort erklären kann, die wie die Faust aufs Auge passt. Nach der Brainstormingphase sind wir auf das Tool „Namerobot“ gestoßen. Da haben wir begonnen viele verschiedene Namen, anhand von eingegebenen Keywords zu erzeugen. „Backbear“, „Beright“, „Sportback“, „Tighttrack“ – mit all denen entstand aber nichts Ernsthaftes. Es war wie eine Dating App, in der wir unsere Eigenschaften eingaben und daraufhin Vorschläge gemacht wurden, die zu einem passen. Irgendwie war das auch bitter. Es muss uns doch wohl selbst der passende Einfall kommen.

Und dann war „Spotandmove“ unser erster Favorit. Deshalb haben wir uns aus Angst, dass der Name noch jemanden anderen einfällt auch gleich die Domain gekauft. Ein befreundeter Designer entwarf schnell ein paar Logos. Wir wollten uns den Namen also warmhalten und uns an ihn gewöhnen. Doch das Ganze hielt nur ein paar Tage und uns wurde klar: daraus wird nichts Dauerhaftes. Ein erster Arbeitstitel wurde geboren.

Nach dieser Affäre hatten wir schon einen Nachfolger, der unserer Meinung besser klang: „Spotfox“, der schlaue Fuchs, der die Haltung der Wirbelsäule beobachtet und uns dann darüber aufklärt. Wir waren hin und weg. Doch auch diese Begeisterung war wieder nur von kurzer Dauer. Als wir ihn dann noch unserer Marketingagentur vorstellten, bestätigte sich der Flopp. „Sorry, aber der ist nichts für euch“, war die ernüchternde Antwort, die an das Urteil der besten Freundin über den neuesten Aufriss erinnert. Da wir unser Konzept stetig weiterentwickelten und sich somit auch unser Fokus wieder änderte, war uns das auch bewusst.

Und plötzlich hatten wir ihn. Dieses Gefühl, wenn es einfach passt. Es war für uns „der Richtige“: 8sense – der achte Sinn des Menschen. Wir mochten dabei die Zahl und dass es den Zweck unseres Konzepts verständlich macht. Der Name trifft unsere Idee auf den Punkt. Ein intelligenter Rückencoach, der die sieben Sinne des Menschen (durch Bewusstseinserweiterung) ergänzt. Doch jetzt fehlte uns noch das dazu passende Logo. Wir entschieden uns für 99designs.com, wo wir für 500 € ein CI Paket kauften. Das Angebot an Vorschlägen war groß – es kamen rund 300 Vorschläge. Doch wie beim Speeddating legten wir den Fokus nicht auf Quantität, sondern Qualität.

War ja nett gemeint, aber nicht zielführend. Nach einer ersten Vorauswahl kamen dann in der Endphase drei ansprechende Logos ins Finale. „Aber nur eines kann 8sense´s next Logo werden…“ Und da hatten wir uns nach schlaflosen und diskussionsreichen Wochen auf einen Gewinner geeinigt…

Das Domain Problem…

Diesmal war die Domain aber nicht mehr frei, d.h. er war schon vergeben! Und wer kennt das nicht? Was man nicht haben kann, will man umso mehr. Für uns stand also fest, wir müssen nochmal Cash in die Hand nehmen und um 8sense kämpfen.

Wir fanden schnell heraus, dass der Besitzer der Domain ein Mann aus Kroatien war, der sich neben 8sense noch weitere Domains gesichert hatte. Jedoch ohne bestimmte Absichten an den Namen. So durften wir uns unser starkes Interesse an 8sense nicht anmerken lassen. Also was haben wir gemacht?

Wir sagten ihm am Telefon in einer Mischung aus deutsch und englisch, dass wir einfach alle sechs haben wollen. Der Mann machte uns ein gutes Angebot. Aber als hätte er es bis nach Kroatien gerochen, für alle außer 8sense – war irgendwie klar. 250 € war sein Angebot und für 8sense wollte er 900 € oben drauf. Die Spannung stieg und jetzt musste ein kluger Schachzug her. Unser Angebot: Wir nehmen alle für 450 €.

Richtig klug war das ja nicht, da es implizierte, dass wir 8sense wollen – aber der Mann war wie durch ein Wunder damit einverstanden. Eigentlich ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Firmen zum Teil 940.000 $ für einen Webseitennamen bezahlen (siehe www.poker.de). Unser Happy End der Namensfindung: www.8sense.com gehört von nun an uns – und los geht´s!